TOMATE prüft die TOMP-API für die Integration von Mobilitätsdiensten in multimodale Plattformen
Vom proprietären Flickenteppich zum offenen Standard:
Die digitale Integration von Mobilitätsdiensten in Österreich ist von heterogenen, proprietären Schnittstellen geprägt; ein „Plug & Play“ ist nach Einschätzung der Plattformbetreiber derzeit kaum realistisch. Hohe Kosten für Implementierung, Wartung und Servicierung bremsen die Digitalisierung von ÖV-ergänzenden Sharing- und On-Demand-Angeboten in multimodalen Mobilitätsplattformen. Auf europäischer Ebene verpflichten die IVS-Richtlinie und die Delegierte Verordnung (EU) 2017/1926 zur Bereitstellung maschinenlesbarer Daten, und mit dem European Mobility Data Space verfolgt die EU das Ziel von Interoperabilität und Datensouveränität. Die TOMP-API wird als möglicher Integrationsstandard diskutiert – es fehlen bislang jedoch praxisnahe Evidenzen, belastbare Erfolgsfaktoren, Kosten-Nutzen-Bewertungen und ein österreichspezifischer Umsetzungsplan.
Hier setzt TOMATE an:
Das Projekt analysiert, testet und bewertet die TOMP-API und liefert damit erstmals systematische, österreichspezifische Pilot-Evidenz. Im Zentrum stehen ein direkter Variantenvergleich – proprietäre Anbindung gegenüber TOMP-Direktanbindung und TOMP-Anbindung über einen Aggregator –, die Ableitung einer praxistauglichen Guidance sowie, abhängig vom Ergebnis, die Entwicklung leichtgewichtiger API-Adapter (Proof of Concept) zur Überbrückung proprietärer Schnittstellen.
In drei praxisnahen Piloten werden ein On-Demand-Service (Postbus Shuttle in wegfinder), eine Parkplatzreservierung (WIPARK in WienMobil) sowie Roaming im Carsharing (carsharing.link als Aggregator) integriert und in iterativen Build-Test-Review-Zyklen gegen ein einheitliches KPI-Set bewertet.
Die Herangehensweise verbindet Theorie und Praxis:
Die Forschungspartner:innen sichern methodische Qualität und Aufbereitung, die Praxispartner:innen liefern realistische Evidenz zu Technik, Organisation und Wirtschaftlichkeit. Gleichstellungsindikatoren werden über das gesamte Forschungsdesign integral berücksichtigt.
Angestrebte Ergebnisse sind ein Umsetzungsplan für Österreich mit Optionen, Entscheidungslogik und Roll-out-Szenarien, ein KPI-Set und eine Gap-Matrix, Aufwands- und Kostenbenchmarks, Governance-Empfehlungen sowie die offen nachnutzbar bereitgestellten Erkenntnisse aus der Adapter-Entwicklung. TOMATE liefert damit eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Bund, Länder, Verkehrsverbünde und Plattformanbieter und ebnet den Weg zu einer effizienteren, klimawirksameren und nutzer:innenfreundlicheren Integration digitaler Mobilitätsangebote.
Projektdauer
Juni 2026 - Mai 2028
Auftraggebende
Klima- und Energiefonds (BMIMI, FFG)
Leistungen der tbwr
Konsortialführung & Projektmanagement,
Leitung Stakeholder-Einbindung,
Leitung Handlungsempfehlungen & Umsetzungsplan,
Mitarbeit: Anforderungs- und Gap-Analyse, Rahmenbedingungen der Pilotierung,
Wissenschaftliche Begleitung,
Gender- & Diversitätskompetenz
Projektpartner
Grazer Energieagentur,
iMobility GmbH / wegfinder,
Wiener Linien / WienMobil,
Österreichische Postbus AG,
WIPARK,
Klimabündnis Österreich / carsharing.link,
Subdienstleister: Wien IT, ioki, ARIVO, Wels Strom
Weitere Informationen